Medienbildung an der Grundschule Tumringen

Video zur Medienbildung produziert von der Klasse 4a

--leider aus Urheberrechtsgründen im zweiten Teil ohne Musik--

Legitimation durch Gesellschaft und Auftrag

 

Gesellschaftsbezug

Die Entwicklung unserer Gesellschaft zu einer digitalen Mediengesellschaft macht Medienbildung zu einem wichtigen Bestandteil allgemeiner Bildung. Medien sind in ihren verschiedenen Facetten allgegenwärtig, ihnen zu entgehen ohne gesellschaftlichen Anschluss zu verlieren ist nahezu unmöglich. Auch bereits Kinder im Grundschulalter (oder gar noch jünger) sind als digtial natives alltäglich von Medien umgeben, dies sowohl passiv als auch aktiv. Kinder leben somit in einer durch Medien wesentlich mitbestimmten Welt und sie lernen für eine Welt, in der die Bedeutung der Medien für alle Lebensbereiche noch zunehmen wird. Diese wichtige Rolle der Medien im gesellschaftlichen Raum findet natürlich auch Wege in den Schulkontext. Deshalb ist es unserer Ansicht nach wichtig, in den Schulen bereits frühzeitig einen kritischen und kompetenten Umgang mit Medien bei Kindern anzubahnen. Wir wollen die Kinder auf die Welt von morgen vorbereiten. Denn bereits 2001 skandierte der angesehene Didaktiker und Medienpädagoge TULODIEZKI, dass Mediennutzung und Medienkompetenz als Aufgaben der Schule (…) sich in den allgemeinen Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule einfügen müssen. Dies ist mit dem Blick auf die heutige breit aufgestellte und vielfältige Medienlandschaft in der Gesellschaft nun noch essentieller als es damals bereits war.

Bildungsplan Baden-Württemberg 2016

Auch der 2016 neu erschiene Bildungsplan für die Grundschulen reagiert auf diese gesellschaftlichen Entwicklungen. Unterricht mit und über Medien beschränkt sich nicht mehr nur auf einzelne Fächer, sondern breitet sich integrativ und fachübergreifend über alle Fächer der Grundschule aus. Gefragt ist nicht nur Lernen über, sondern auch mit Medien. Dies wird dort wie folgt konkretisiert:

Ziel von Medienbildung ist es, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie den neuen Anforderungen sowie den Herausforderungen dieser Mediengesellschaft selbstbewusst und mit dafür erforderlichen Fähigkeiten begegnen können. Dazu gehören eine sinnvolle,

reflektierte und verantwortungsbewusste Nutzung der Medien sowie eine überlegte Auswahl aus der Medienvielfalt in Schule und Alltag. Um diese Kompetenzen zu vermitteln, muss Medienbildung fächerintegriert unterrichtet werden. Die grundlegenden Felder der Medienbildung sind Information, Kommunikation, Präsentation, Produktion, Analyse, Reflexion, Mediengesellschaft, Jugendmedienschutz, Persönlichkeits, Urheber, Lizenzrecht und Datenschutz. (BP 2016)

Grundgedanken und medienpädagogische Zielsetzung an der GST

 

Wir an der Grundschule Tumringen wollen Kinder ausbilden, die fähig sind sich selbstbestimmt und selbsthandelnd den Herausforderungen des Alltags stellen können. So sehen auch wir es als ein wichtigen Anliegen unseres tägliches Lehren und Lernens, Medien zu integrieren und den Kindern ein Lernen mit und über Medien zu ermöglichen. Unsere medienethische und -pädagogische Grundsätze kann man prägnant in folgende drei Schlagworte zusammenfassen.

Integrativ

Wir möchten unsere an der Schule vorhanden Endgeräte (v.a. iPads) in alle Unterrichtsfächer stets sinnvoll integrieren. Hierzu haben wir in einer Arbeitsgruppe ein Schulcurriculum entworfen, das auf Grundlage des Bildungsplans sowohl fakultative als auch obligatorische Aspekte für unsere unterrichtliche Tätigkeit listet und erläutert. Dieses Curriculum beinhaltet dementsprechend sowohl das Lernen über Medien, um einen gewissenhaften und kritischen Umgang damit zu fördern, als auch das Lernen/Arbeiten und Präsentieren mit den Medien. Diese Integration soll insoweit stattfinden, dass die Medien an unserer Schule eine gewisse Selbstverständlichkeit erlangen, jedoch der Mehrwert der motivierenden Funktion der Medien nicht verloren geht. Die Erwartung an den Einsatz digitaler Medien ist eine Steigerung der Unterrichtsqualität

Authentisch

Medien sind klasse und bieten uns an der Schule einen großen Mehrwert, keine Frage. Allerdings sind sie nur ein Teil unserer vielfältigen und umfassenden Lerndimension an der Schule. Sie sind wichtig und ihre Integration unvermeidlich, aber trotzdem sollte man ihren Anteil an der Schule nicht übergewichten und überbewerten. Wir an der Grundschule Tumringen stehen hinter der Ansicht, dass Kinder sich die Welt wenn möglich im eigenen ganzheitlichen Erleben aneignen sollen und nicht über eine Virtualität. Hier sehen wir auch unseren Erziehungsauftrag an der Grundschule. Die Medien sollen sinnvoll in den Unterrichtsalltag eingebunden werden, dann wenn es zielgerichtet und plausibel erscheint.

Eine Überfrachtung unseres Lernumfeldes mit Medien und den unbedingten Einsatz an nur jeder möglichen Stelle wollen wir vermeiden.

 

Zukunftsorientiert

Im Hinblick auf die bereits erläuterte Entwicklung der digitalen Gesellschaft, erschließt sich das Schlagwort ‚zukunftsorientiert‘ selbstredend. Die Kinder müssen eine Medien- und Informationskompetenz erlangen um eine erfolgreiche Teilhabe an der Gesellschaft zu sichern. Dabei gilt es auch, sozial und ökonomisch benachteiligte Kinder in unserem Stadtteil zu unterstützen. Daher ist es ein fester Bestandteil im Rahmen der Medienbildung der Schule in Tumringen, die Kinder auf die Chancen, aber auch auf die damit verbundenen Gefahren aufmerksam zu machen.

Umsetzung an der GST

Ausstattung

Wir an der Grundschule profitieren von einem mobilen iPad-Koffer mit 15 Tablets für Schüler und einem für den Lehrer. Zusätzlich besteht in den meisten Klassenräumen auch die Möglichkeit an einem oder mehreren Dektop-PCs zu arbeiten. In zwei Klassenzimmern sind Beamer fest an der Decke installiert, 2 weitere mobile Beamer versorgen die übrigen Klassenzimmer. Die Verbindung zu den Beamer kann von jedem iPad über appleTV hergestellt werden. Außerdem steht ein aiprint-fähiger Drucker zu Verfügung an dem Schüler ihrer Arbeiten am iPad drucken können. Außerdem können die Schüler ihre Arbeiten auf einem NAS-Speicher lagern und archivieren, welcher in unserem Wlan-Netz integriert ist.

Eine Erweiterung der Ausstattung ist im Zuge des bundesweit geltenden Medienpakt in Zusammenarbeit mit der Stadt Lörrach in Planung.

Kollegium

Unsere Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte in Tumringen sollen an das kreative und konstruktive Arbeiten mit digitalen Medien herangeführt werden, um das zukunftsweisende multimediale Potenzial didaktisch und medienpädagogisch sinnvoll und methodisch zielführend einsetzen zu können. An der Medienbildung sind somit alle Lehrkräfte der Schule beteiligt. Um alle Beteiligten in diesem Prozess mitzunehmen und nicht zuletzt eine durchgängige Qualität zu gewährleisten, werden sämtliche Lehrkräfte und pädagogisch Mitarbeitenden regelmäßig fortgebildet, um medienpädagogische und didaktische Methoden sicher einsetzen zu können. Regelmäßig gibt es außerdem schulinterne Fortbildungen durch externe Referentinnen und Referenten (z.B. Kreismedienzentrum) und spezielle Fortbildungen der/s Multimediaberater/in als Multiplikator an der Schule.

Einsatz

Wir wollen bereits als Grundschule an die Lebenswelt der Kinder anknüpfen. Deshalb müssen wir in erster Linie die Chancen der neuen digitalen Medien frühzeitig erkennen und diese in den Schulalltag implementieren. Daher werden wir uns in unserem Medienkonzept zur Anbahnung einer Medienkompetenz hauptsächlich auf neue digitale Medien (v.a. iPads) konzentrieren.

rDas „Lernen mit und über Medien“ wird selbstverständlich auch weiterhin die bisher verwendeten Medien (Desktop-PC) im Sinne der Medienintegration sinnvoll berücksichtigen.

Unsere iPads kann man hier als eine Art universelles Werkzeug sehen. Sie zeichnen sich durch ihre enorme Vielseitigkeit, schnelle Verfügbarkeit und hohe Anpassbarkeit aus. Hinzu kommt die sicher nicht zu unterschätzende Motivation, Lernfreude und Kreativität, die der Einsatz solcher Devices bei Kindern hervorruft. Durch unsere iPads entstehen viele diverse neue Möglichkeiten, nicht nur im allgemeinen unterrichtlichen Kontext, sondern auch im Hinblick auf Fördern, sowie individualisierendes und binnendifferenzierendes Lernen. Der Einsatzbereich für unsere iPads ist also sehr vielfältig. Grundsätzlich benutzen wir unsere iPads für fogende Bereiche. Diese werden in unserem Curriculum nochmals genau konkretisiert.

Produktion

Präsentation

Informieren

Recherchieren

Klassenführung

Organistation

Input (Lehrer)

 

Kommunikation

Kooperation

Gamification

Umfragen

 

 

Üben

Individuelles Arbeiten

 

 

 

 

 

 

 

 

Multimedia AG

Im Rahmen unseres Ganztagesprogramms wird einmal in der Woche eine Mutlimedia AG angeboten. 15 Schüler haben hier die Chance kreativ mit den iPads zu arbeiten. Hier steht vor allem die Produktion im Vordergrund. Filme, Videos, Fotos und vieles mehr sind die Endprodukte, die die Kinder stolz dem Rest der Schule präsentieren.

Schüler-Partnerschaft

Schon lange git es bei uns an der Schule die PC-Partnerschaft zwischen Zweit- und Viertklässlern. In einer Art Tandem unterstützen Viertklässler die Zweitklässler Grundfertigkeiten des EDV zu lernen. Mit der umstellung auf iPads und der Abschaffung unseres veralteten Computerraums wollen wir diese Partnerschaft allerdings nicht aufgeben. Ein Konzept der Weiterführung dieses Projektes ist unbedingt gewünscht und bereits in Arbeit, sodass wir kommendes Schuljahr 2019/20 damit starten können.